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Unlängst bin ich auf ein Unternehmen aufmerksam geworden, dass erst im Mai 2025 an die Börse gegangen ist: Contemporary Amperex Technology Co. Ltd., kurz CATL.
Gegründet wurde CATL bereits 2011, der Firmensitz befindet sich in Ningde, Ostchina. Inzwischen ist CATL der größte Batterielieferant für die gesamte Autoindustrie geworden. CATL beliefert nicht nur Tesla, sondern auch Mercedes, Volkswagen, BMW oder Stellantis. Im Mai 2025 ging CATL an die Börse Hong Kong, sammelte rund 4,6 Mrd. Euro an Kapital ein. Finanziert werden soll mit diesem Geld vor allem die Expansion des Unternehmens. Im ostungarischen Debrecen wird gerade ein riesiges Werk für die Batterieproduktion gebaut. In Arnstadt, Thüringen, produziert CATL bereits seit 2022 Batterien für Elektroautos. Ein weiteres Werk ist im spanischen Saragossa geplant. Mit den lokalen Standorten und Kooperationen mit hiesigen Autobauern umschifft man eventuelle Sanktionen, Zölle oder andere Hindernisse.
Der Marktanteil von CATL bei Elektroauto-Batterien lag 2025 bei 38%, der Zweitplatzierte, der chinesische Autobauer BYD, kommt nur auf 16,5% Marktanteil, Platz 3 geht an LG mit 12%.
Batterien von CATL kommen nicht nur in Pkws zum Einsatz, sondern auch in Bussen, den zahlreichen Lieferfahrzeugen, in Baumaschinen, Elektrorollern und mittlerweile sogar in Schiffen.
CATL ist nicht nur weltweit größter Produzent von Autobatterien, sondern auch führend in der Forschung und Entwicklung. Als erstes Unternehmen hat CATL im Februar verkündet, die Massenproduktion von Natrium-Ionen-Batterien in Pkws ab dem zweiten Quartal 2026 aufzunehmen. Der Vorteil dieser Batterien sind die niedrigeren Kosten, Kälteresistenz und schnellere Ladezeiten. Ein Nachteil ist die geringere Energiedichte, was zu verringerter Reichweite der Fahrzeuge führt. Doch hierfür liefert CATL eine Lösung: Battery-Swap-Stationen. Inzwischen gibt es bereits 1.000 Batterie-Tauschstationen, an denen Autofahrer innerhalb von 100 Sekunden ihre leergefahrene gegen eine volle Batterie tauschen können. Dieses Konzept hatte einst auch Elon Musk verfolgt, es aber nie umgesetzt. CATL ist in der Verwendung von Schnelltausch-Batterien zahlreiche Partnerschaften eingegangen, u.a. mit dem Autobauer NIO, mit JD.com, aber auch mit dem staatlichen Energiekonzern Sinopec. Mit Sinopec will man allein in China 10.000 Battery-Swap-Stations aufbauen, 500 davon wurden 2025 fertiggestellt.
Doch CATL ist weitaus mehr als nur eine Wette auf die Elektrifizierung des Autoverkehrs. Im Zeitalter von Wind- und Solarkraftwerken gewinnt die Speicherung von produziertem Strom zunehmend an Bedeutung, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. CATL arbeitet intensiv an der Entwicklung und Produktion von stationären Großspeichern. Erste Projekte sind in Abu Dhabi und in China bereits in Betrieb, weitere sind geplant. Auch hier ist CATL weltweit Marktführer in einem rasant wachsenden Marktsegment.
Ein dritter großer Unternehmensbereich befasst sich mit dem Recycling von Batterien. Wohin mit dem Batterie-Müll, wenn die Batterie das Ende ihrer Lebenszeit erreicht hat?

Seit dem Börsengang im Mai 2025 hat sich der Aktienkurs mehr als verdoppelt – von 322 HKD auf über 700 HKD kurz nach Vorlage der aktuellen Quartalszahlen am 15. April 2026. Der Umsatz legte auf Jahressicht um 52,45% zu, der Gewinn um fast 53%. Das Unternehmen hat ein A-Kreditrating und eine moderate Verschuldung von nur 15% der Marktkapitalisierung bzw. 25%, bezogen auf das Aktionärskapital. Wie sieht nun die Zukunft aus?

Über 30 Analysten verfolgen das Unternehmen und billigen CATL ein Gewinnwachstum von über 22% jährlich für die kommenden Jahre zu. Die bisherigen Prognosen wurden regelmäßig ge- oder übertroffen, sodass eine gewisse Verlässlichkeit besteht. Derzeit ist die Aktie mit einem KGV von über 36 sehr teuer bewertet, sie könnte auf das Durchschnitts-KGV der vergangenen fünf Jahre von 27 zurückfallen und würde immer noch eine jährliche Rendite von über 12% versprechen.
Welche Risiken birgt ein solches Investment? In den USA hat man CATL als Bedrohung definiert, in anderen Teilen der Welt, insbesondere Europa, ist man bei aller Skepsis auf die Technologie der Chinesen angewiesen. Experten schätzen den Technologierückstand in der Batterieproduktion bei europäischen Autobauern auf 15 bis 20 Jahre. Eigene Tochterfirmen vor Ort sichern außerdem den Zugang zu den Seltenen Erden.
Bekanntlich bergen Investments in China politische Risiken, aber solange sich CATL auf Parteilinie bewegt und keine politischen Ambitionen hegt, dürften die Risiken überschaubar bleiben.
Ich werde die aktuell Aktie nicht direkt kaufen – dazu ist sie zu teuer bewertet. Aber ich habe Puts verkauft, die sehr attraktive Prämien eingebracht haben und deren Strikes rund 25% vom Aktienkurs entfernt liegen.
Für mich ist interessant, einen Technologieführer in einem Wachstumsmarkt zu beobachten. Wer in der Batterie- und Speicherproduktion mitspielt, profitiert von Technologie, der Hinwendung zu erneuerbaren Energien, der Nutzung Seltener Erden, einer steigenden Dividende – und das alles, ohne dass ich in Lithium-Aktien investieren muss. Mehr als einen Fuß in der Tür habe ich allerdings nicht, ich halte die Positionsgröße unter Kontrolle, denn die Risiken eines solchen Investments sind mir bewusst. Aber mit einer von 100 Positionen in meinem Depot ist das ein sehr lukratives Lotterieticket.




