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Nach der Dividendenstreichung bei PAX Global Technology galt es, einen Ersatz für dieses Unternehmen zu finden. Ich habe mich für die Aktie von China Mobile entschieden. Es handelt sich, wie der Name vermuten lässt, um einen Mobilfunk-Betreiber. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Hongkong und bedient 31 Provinzen und autonome Regionen in der Volksrepublik China sowie Hongkong mit Mobilfunkdienstleistungen. Dazu gehören neben Telefonie auch Cloud-Services, Datencenter, Breitbandservices, verschiedenste Informations-Apps, Messenger-Dienste uvm. China Mobile hat gerade seine Zahlen für 2025 und den Ausblick für 2026 vorgelegt.

Das Unternehmen bedient über eine Milliarde Privatkunden, darunter bereits 642 Mio. Kunden in 5G-Netzen. Das Umsatzwachstum insgesamt mit 0,9% war eher schwach, der operative Gewinn allerdings stieg um 4,4%. Während der Bereich reiner Telekom-Services einen um 1% gefallenen Umsatz verbuchte, legte der Bereich Computerservices, dazu gehören Datencenter, Cloud-Services und Cloud-Apps, um 11,1% zu. Stark gewachsen sind auch die Umsätze mit künstlicher Intelligenz, diese wuchsen um 5,3%. Am Gesamtumsatz des Unternehmens machen die Computerservices und künstliche Intelligenz 20,2% aus.
Ein Problem der Mobilfunkanbieter generell ist der stetig hohe Investitionsbedarf: Die mobile Infrastruktur muss permanent ausgebaut werden, um dem hohen Datenverkehr gerecht zu werden und die Netzabdeckung zu verbessern, etwa für das „Internet of Things“ – Autos, Smartwatches usw. Und bekanntlich ist China geografisch und demografisch betrachtet ein Land gigantischer Ausmaße.
Um so schwerer wiegt, dass China Mobile es geschafft hat, bislang 2,77 Mio. 5G-Basisstationen zu errichten. 530 Millionen private Haushalte werden bereits mit 1-Gigabit-Netzwerken versorgt. Derzeit laufen Pilotprojekte mit 10-Gigabit-Netzwerken in einigen großen Städten. Rund 151 Mrd. Renminbi an Investitionen sind für 2026 geplant, das entspricht mehr als 15% des Umsatzes. Das Unternehmen wird im Jahr 2026 seine Investitionen in den Bereichen Computing und Künstliche Intelligenz auf etwa 37% der gesamten Kapitalinvestitionen steigern.
Zwei Faktoren sprechen für China Mobile: Erstens ist das Unternehmen nahezu schuldenfrei. Die in der Bilanz ausgewiesenen langfristigen Verbindlichkeiten bestehen zum größten Teil aus Leasing-Verpflichtungen, es gibt kaum nennenswerte Bankverbindlichkeiten. Die Schuldenquote liegt bei 3,43% des Eigenkapitals, das Unternehmen hat ein Kreditrating von A+, was dem Rating der chinesischen Staatsanleihen entspricht. Zum Vergleich: Die Verschuldung von T-Mobile USA liegt aktuell bei etwa 189% des Aktionärskapitals. Ein zweiter Pluspunkt ist die hohe Nettogewinnmarge von mehr als 13%.
China Mobile zahlt für das Geschäftsjahr 2025 eine Dividende von 5,27 HKD, was etwa einer Dividendenrendite von 6,7% entspricht. Die Dividende steigt seit sechs Jahren. Die derzeitige Dividende liegt um 3,5% über der des Vorjahres. Die Ausschüttungsquote beträgt 75%. Gezahlt wird in zwei Tranchen – die finale Dividende für 2025 von 2,52 HKD wird im Juni überwiesen. Die Interimsdividende für 2026 dürfte im September fällig werden. Während der Präsentation der Jahresergebnisse hat das Unternehmen sich dazu bekannt, wieder eine Ausschüttungsquote für das aktuell laufende Geschäftsjahr bei 75% oder sogar leicht darüber anzupeilen.

Die Perspektive: Für die Zukunft rechnen Analysten mit einem Gewinnwachstum von 5,86% pro Jahr für die kommenden zwei Jahre. Bei einem KGV von 15 ergäbe sich damit ein Renditepotenzial von über 24% pro Jahr. Ich halte diese Schätzung für übertrieben optimistisch und muss als vorsichtiger Kaufmann natürlich konservativ kalkulieren. Wenn ich also annehme, dass das Unternehmen zwar seine geplanten Gewinnziele erreichen kann, jedoch der Aktienkurs bei einem KGV von 10,50 verharrt, dann ergäbe sich ein jährliches Renditepotenzial von 11,8%.

Für mich ist das komplett ausreichend. Zumal die 6,75% Dividendenrendite hier schon ein gewisses Sicherheitspolster darstellen und der Kurs der Aktie nur auf rund 88 HKD steigen müsste, um diesen Total Return zu erreichen.
Dividenden aus Hongkong bekommen deutsche Anleger übrigens quellensteuerfrei überwiesen. Eine Besonderheit des dortigen Marktes ist eine Stempelsteuer von 0,1% auf den Wert der Position, diese Steuer wird einmal beim Kauf und dann wieder beim Verkauf fällig. Sie ist in Deutschland steuerlich nicht auf die Abgeltungssteuer anrechenbar, wird darf aber in den Anschaffungskosten steuerlich berücksichtigt.
Eine weitere Besonderheit: Die Mindestgröße für Käufe beträgt 500 Stück. Noch ein Vorteil: Es gibt auf China Mobile Optionen, die relativ liquide sind. Auch hier liegt das Bezugsverhältnis, anders als bei Optionen in den USA, bei 500 Stück pro Kontrakt. Die ersten 500 Stücke habe ich für 77,20 HKD gekauft und drücke jetzt die Daumen, dass diese Investition besser funktioniert als meine letzte in Hongkong.




